Baunscheidtieren

Die heute übliche Methode des Baunscheidtierens mit histaminhaltigem Öl ist ein Ableitungsverfahren, das einer Hautreizung mit Brennnesseln nachempfunden wird. Beim Baunscheidtieren wird die Haut großflächig durch eine Nadelrolle (Vitalisator) oder einem Nadelstempel (Lebenswecker) eingeritzt. Anschließend reibt man die behandelte Hautzone mit einem speziellen Baunscheidtöl ein. Die Stellen sind zunächst warm und gerötet. Nach 5-10 Min bilden sich intrakutane Bläschen (Quaddeln), die Lymphe enthalten. Dabei entsteht Juckreiz und leichtes Brennen. Die Quaddeln verschwinden innerhalb einer Stunde wieder und hinterlassen keinerlei bleibende Hautveränderungen. Durch die Quaddelbildung wird erkennbar, dass das Baunscheidtieren die ableitenden Funktionen des Lymphsystems und damit die interstitielle Entsorgung anregt.

Das Baunscheidtieren (auch Baunscheidtismus, Baunscheidttherapie oder Baunscheidtverfahren) ist ein alternativmedizinisches Behandlungsverfahren, das auf der Reizung der Haut beruht und von Karl Baunscheidt (1809-1872) erfunden wurde. Er hatte bemerkt, dass seine Gelenkbeschwerden durch Insektenstiche verschwanden. Aus diesem Grund entwickelte er ein gezieltes Verfahren, um lokale Hautreizungen auszulösen.